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Rahmenprogramm Film / Video
Das diesjährige Rahmenprogramm ist einer Doppelretrospektive der amerikanischen Künstlerin Martha Rosler und der belgischen Filmemacherin Chantal Akerman gewidmet. Beide Künstlerinnen haben sich in den letzten 30 Jahren beispielhaft mit den Themen "Alltag, Feminismus und soziale Räume" auseinandergesetzt. Während Martha Rosler in unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Video, Performance und Environment arbeitet, konzentrierte sich Akerman auf ihre Filmprojekte, die mit dem Kurzfilm "Saute ma ville" aus dem Jahre 1968 begannen. In ihren ersten Filmen orientierte sie sich an Jean-Luc Godard, entwickelte jedoch sehr schnell eine eigene, distanzierte Position zum Übervater des neuen europäischen Kinos in einer bis heute unübertroffenen Kombination aus Erzählkino, Strukturalismus und Minimal Cinema. Ihr Spektrum reicht vom stummen Direct Cinema ("Hotel Monterey") bis zu den Musicals aus den 80er Jahren "Golden Eighties". Filmgeschichte schrieb sie mit ihrem dreistündigen Film "Jeanne Dielmann, Quai du Commerce 23, 1080 Bruxelles" mit der Schauspielikone Delphine Seyrig auch bekannt aus "Ein Jahr nach Marienbad".
Wie Akerman bezieht auch Martha Rosler in ihren Videos und Filmen in Form von Performances die eigene Person ins Geschehen ein. Das Video "Semiotics of the Kitchen" aus dem Jahre 1975 ist eine feministische Reflexion über Ernährung und Nahrungszubereitung sowie den häuslichen Kontext von Frauenarbeit, den sie in eine studioähnliche Küche im Stile der beliebten Kochsendungen überträgt: Eine ernst blickende Frau, die Antithese der perfekten TV-Hausfrau, präsentiert in frontaler Position vor einer statischen Kamera
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ein alphabetisches Lexikon an Küchenutensilien. Gleichzeitig korrigiert Rosler mit dem Hang zum Banalen die allzu puritanischen und blutleeren Tendenzen der in den 70er Jahren vorherrschenden Conceptual Art. Roslers Arbeiten sind im weitesten Sinne dokumentarisch und mikrohistorisch. Sie untersuchen Lebensverhältnisse "How Do We Know What Home Looks Like? The Unité dHabitation de la Corbusier at Firminy" (1993) und dringen in gesellschaftliche und mediale Verhältnisse ein so bei dem Konflikt zwischen einer Leihmutter und den Auftraggebern, dem bis dato kinderlosen Ehepaar Stern, in "Born to Be Sold... The Strange Case of Baby S/M" (1988).
Die Werkschau mit Videos und Super 8-Filmen von Martha Rosler wird durch einen Workshop und eine Ausstellung komplettiert. Die Doppelretrospektive Akerman/Rosler findet in Zusammenarbeit mit dem Haus des Dokumentarfilms.
In Kooperation mit dem Berliner Verein "Film und Architektur" setzt Wand 5 seine im letzten Jahr begonnene Reihe über das Wechselverhältnis zwischen Film und Architektur fort. Im Rahmen des Japan-Jahres 1999/2000 werden in fünf Programmen das Spektrum des japanischen Films von Animefilmen bis hin zum Dokumentarfilm gezeigt, dessen Hauptthema nicht nur in metabolistischer Hinsicht Architektur ist. Dabei spielen Unterthemen wie z.B. Traditionalismus versus Neues Bauen, Erdbebenangst, Stadt als Spielplatz und Disneyfizierung von Städten eine Rolle.
In Kooperation mit der Akademie Schloß Solitude findet ein Vortrag und Screening (Dauer ca. 3 1/2 Stunden) zum deutschen Tanzfilm und seinen historischen Wurzeln statt, präsentiert von Corinne Diserens (Marseille) und Daniel Dobbels (Paris) statt.
Herausragende experimentelle Langfilme, die legendäre Trashnite in Zusammenarbeit mit P&S sowie eine Vielzahl von weiteren Spezialprogrammen runden das Programm im Filmhaus ab. |