13. Stuttgarter Filmwinter
13. - 16. Januar 2000
Pressemitteilung zur Preisvergabe
Lobende Erwähnung finden die Filme
- "Time Passes" von Nelson Henricks, CAN 1998, 6:30 Min
Für die Entführung des Zuschauers in seinen inneren Mikrokosmos in Zeit und Raum.
- "Ferment" von Tim MacMillan, GB 1999, 6 Min./35mm/Video
Für die atemberaubende Technik, durch einen Raum zu reisen, in dem die Zeit still steht, der Moment sichbar wird.
- "El Equipaje Abjerto" von Javier Rebollo, Kamera: Santiago Racaj, Schnitt: Angel Hernandez Zoido, Ton: Eva Valino u. a., Darsteller: Lola Puenas, Chete Ler, Spanien 1999
Für die fesselnde und ausgereifte Umsetzung der Dramaturgie und die genaue Beobachtung und Beschreibung der Figuren, die im Zentrum der geschichte stehen.
- "Raus aus seinen Kleidern" Regie und Schnitt: Corinna Schnitt, Kamera: Justyna Feicht, Jens Ludwig, BRD 1998/1999
Für den Witz und die Genauigkeit der Selbstbetrachtung einer jungen Frau, die auch die Lebenseinstellung ihrer Generation reflektiert.
- "Work and Progress" Regie und Schnitt: Vivian Ostrovsky und Yann Beauvais, F 1998
Der Film zeigt eine Reihe von Bildeindrücken, die Rußland gestern und heute widerspiegeln. Team Work findet hier nicht zuletzt Ausdruck in der eindrucksvollen Doppelprojektion. Ein beeindruckend visueller Film "zu vier Händen" ist entstanden.
Die Gewinner des Kurzfilm-Wettbewerbs sind:
Team-Work-Award
Der Team-Work-Award in Höhe von DM 3000,-, gestiftet von der Hoppe-Ritter-Kunstförderung, geht an "Forever in the Wake of the Sun" von der Blue Soup Group (RUS 1998), Regie: Bluesoup Group - das sind Daniel Lebedey und Alex Dobrov, für die gefühlvolle und histoische Ausdruckskraft eines minimalistischen Bildes im Einklang mit der Musik. "Forever in the Wake of the Sun" ist ein selbstreflektierender Blick auf die Gegenwart des eigenen Landes - Russland, obwohl das Video den nordkoranischen Satelliten gewidmet ist.
Norman 2000
Der Norman 2000 in Höhe von DM 3000,- gestiftet von der Deutschen Bahn AG, geht an "Ein Wunder" von Stanislaw Mucha, Kamera: Susanne Schüle, Schnitt: Katrin Keller, Ton: Klaus Barm. BRD 1998, 7:00 Min. Das dramatische Konzept dieser Kurzdokumentation ist so bewährt wie raffiniert. Die Teichoskopie, der sogenannte Mauerblick, ist der Bericht eines oder mehrerer Zeugen über etwas, was die Zuschauer nicht sehen, nie sehen werden. Die Pilger beobachten die Erscheinung de Mutter Gotts. Die Kamera nimmt dabei die Blickachse der Gläubigen, übernimmt die Funktion der Mauer und wird bis zum Schluß die Vision nicht bestätigen. Der Zuschauer erlebt das Wunder als Wiederspiegelung in den Gesichtern und Worten der Pilger. Wo findet er seine Position, wird er zweifeln oder glauben?
Der Preis der Landeshauptstadt Stuttgart im Bereich Neue Medien im Gesamtwert von DM 8000,- wid gesplittet und geht
- CD-Rom "Die Stadt der toten Dichter" von Chiho Hoshino (Berlin).
Es handelt sich um ein virtuelles Gedichtbuch, in dem das Werk des chinesischen Schriftstellers Yang Lian vorgestellt wird, eines Aktivisten, der seit den Ereignissen auf dem Tienanmen im Exil lebt.
- CD-Rom "Permanent Flux" von de Balie (Amsterdam).
Ausgangspunkt ist das Werk von vier Insidern: Laurie Anderson, Siegfried Zielinski, Paul Garrin und Frans Evers. Traditionslinien und Querbezüge werden genannt und mit einem umfangreichen Quellenmaerial unterfüttert, zu dem auch ältere und neuere Bewegtbilddokumente gehören: Nam Yun Paik, Knowbotic Research, aber auch Fischinger, Duchamp, Vertov und Bunuel werden referenziert.
- Web Seite "I-Section" von Friederike Paetzold.
"I-Section" ist die Erforschung der emotionalen Resonanz auf die inneren Organe des Menschen und dem, was übrigbleibt, wenn der Körper zerlegt wurde.
Lobende Erwähnung finden:
- "Fabrikverkauf" Web Seite von Frieder Rusmann (Stuttgart)
- "Bubbles" eine CD-Rom von Hiromitsu Murakami (Japan)
Grace Hopper-Bug
Die Wand 5-Auszeichnung des zentralen Ok. wird vergeben für "How Time Flies - Wie die Zeit fliegt" von Sigrun Köhler und Wiltrud Baier.
Wand 5 e. V.