| Internationaler Kurzfilm-Wettbewerb Aus über 500 Einreichungen von Japan bis Brasilien hat die Auswahlkommission 51 Filme und Videos für den Kurzfilm-Wettbewerb ausgewählt. Eine einheitliche Tendenz ist bei einem heterogenen Genre wie dem Kurz- und Experimentalfilm nicht festzustellen. Eines kristalliert sich jedoch heraus: Die Dekade des Trash scheint endgültig beendet und durch eine Phase der Künstlichkeit abgelöst worden zu sein. Zu diesen artifiziellen Produktionen zählen u.a. "Love" von Patrick Orth und das unlängst mit dem Hessischen Hochschulpreis ausgezeichnete Video "Ron & Leo" von Oliver Hussain. Insgesamt überwiegen jedoch retrospektive und düstere bis melancholische Sichtweisen so in Mike Hoolbooms "In the Future" (Kanada), einem beklemmenden Schwanengesang über das Kino und die eigene Identität, oder in Yann Beauvais und Vivian Ostrovskys Found Footage-Film "Work and Progress" (Frankreich), einer wunderbaren Collage aus Propaganda- und Spielfilmen der Sowjetunion in Form einer Doppelprojektion. Die architektonischen Utopien der 60er und 70er Jahre werden in Matthias Müllers "Vacancy" und in dem Film "Futuro" des finnischen Regisseurs Mika Taanila reflektiert. Selbst der für den Oskar nominierte Kurzspielfilm "Valgaften" (Wahlnacht) des dänischen Filmemachers Anders Thomas Jensen mit dem herausragenden Schauspieler Ulrich Thomsen, der durch seine Rolle in Vinterbergs "Das Fest" bekannt wurde, strahlt keine Euphorie aus, sondern ist durch Hilflosigkeit, absurder Komik und Melancholie gekennzeichnet. Fin de Siècle-Stimmung am Ende des Jahrtausends? |
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