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13. Stuttgarter Filmwinter 2000
Entscheidung der Jury
(Julia Gerdes, Björn Melhus, Luisa Quintavalle)
Norman 2000 Preis
Die Jury vergibt den Norman 2000 Preis an das Video "Ein Wunder" von Stanislaw Mucha, Kamera: Susanne Schüle, Schnitt: Katrin Keller, Ton: Klaus Barm, BRD 1998, 7:00 Min.
Eine Pilgerschar steht vor einem Schulhaus in einer kleinen Stadt in Ostpolen. In einem Fenster soll die Mutter Gottes zu sehen sein. Lassen sich Wunder filmen?
Das dramaturgische Konzept dieser Kurzdokumentation ist so bewährt wie raffiniert. Die Teichoskopie, der sogenannte Mauerblick, ist der Bericht eines oder mehrerer Zeugen über etwas, was die Zuhörer nicht sehen, nie sehen werden. Die Pilger beobachten die Erscheinung der Mutter Gottes. Die Kamera steht dabei in der Blickachse der Gläubigen, übernimmt die Funktion der Mauer und wird bis zum Schluß die Vision nicht bestätigen. Der Zuschauer erlebt das Wunder als Widerspiegelung in den Gesichtern und Worten der Pilger. Wo findet er seine Position, wird er zweifeln oder glauben?
Ein Wunder ist auch ein Video, der die Wunderhysterie, das Glauben und Sehen wollen, die Suche nach Leitbildern zu Beginn des neuen Jahrtausends widerspiegelt.
Überraschend und Überzeugend gelingt Mucha die unmittelbare Vermittlung der Spontaneität des Ereignisses. Der Zuschauer scheint direkt in das Geschehen mit einbezogen zu werden. |
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Lobende Erwähnung:
Eine lobende Erwähnung geht an die Wettbewerbsbeiträge
Time Passes, Regie: Nelson Henricks CAN 1998, 6:30 Min
Für die Entführung des Zuschauers in seinen inneren Mikrokosmos in Zeit und Raum.
Ferment, Regie: Tim Macmillan, GB 1999, 6 Min. / 35mm / Video
Für die atemberaubende Technik , durch einen Raum zu reisen, in dem die Zeit still steht, der Moment sichtbar wird.
El Equipaje Abierto, Regie: Javier Rebollo, Kamera: Santiago Racaj, Schnitt: Angel Hernandez Zoido, Ton: Eva Valiño u.a., Darsteller: Lola Puenas, Chete Ler, Spanien 1999
Für die fesselnde und ausgereifte Umsetzung der Dramaturgie und die genaue Beobachtung und Beschreibung der Figuren, die im Zentrum des Geschichte stehen..
Raus aus seinen Kleidern, Regie und Schnitt: Corinna Schnitt, Kamera: Justyna Feicht, Jens Ludwig, BRD 1998/1999
Für den Witz und die Genauigkeit der Selbstbetrachtung einer jungen Frau, die auch die Lebenseinstellung ihrer Generation reflektiert. |
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Team Work Award der Hoppe-Ritter Kunstförderung
Die Vergabe des Team Work Preises der Hoppe-Ritter Kunstförderung war für die Jury eine besonders schwere Entscheidung. Die Diskussion konzentrierte sich auf zwei Team-Beiträge des Wettbewerbprogrammes - beide entwerfen ein Bild von Rußland.
Eine lobende Erwähnung wird für Work and Progress ausgesprochen. Regie und Schnitt: Vivian Ostrovsky und Yann Beauvais, F 1998.
Der Film zeigt eine Reihe von Bildeindrücken, die Rußland gestern und heute widerspiegeln. Team Work findet hier nicht zuletzt Ausdruck in der eindrucksvollen Doppelprojektion. Ein beeindruckend visueller Film "zu vier Händen" ist entstanden.
Der Team Work Award der Hoppe-Ritter Kunstförderung geht an Forever in the Wake of the Sun (RUS 1998), Regie: Bluesoup Group das sind Daniel Lebedey und Alex Dobrov,
für die gefühlvolle und historische Ausdruckskraft eines minimalistischen Bildes im Einklang mit der Musik. Forever in the Wake of Sun ist ein selbstreflektierender Blick auf die Gegenwart des eigenen Landes Russland, obwohl das Video den nordkoreanischen Satelliten gewidmet ist
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