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Internationaler Wettbewerb Film und Video

Der internationale Wettbewerb für Film und Video ist das Zentrum des Festivals. Hier lassen sich die Tendenzen in der Film- und Videoproduktion ausmachen wie der ungestüme Einsatz von DV-Kameras. Die Auswahlkommission wurde einer schieren Flut von im Dogma-Stil gehaltenen Filmwerken ausgesetzt.

Die Vorauswahlkommission hat sich dieses Jahr mit einer Rekordzahl von Einreichungen beschäftigt: mehr als 800 Filme und Videos aus 25 unterschiedlichen Ländern. Davon wurden knapp 50 Beiträge für das sechsteilige Programm des Internationalen Kurzfilmwettbewerbs ausgewählt. Die Filme, die gezeigt werden, geben einen guten Einblick in die Video- und Filmlandschaft. Bedeutende Filmmemacher wie der britische Videokünstler und Filmemacher Matt Hulse und der Österreicher Dietmar Brehm sind ebenso vertreten wie die beiden deutschen Experimentalfilmer Michael Brynntrup und Matthias Müller.

„Daß alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfangen, daran ist gar kein Zweifel.“ (I.Kant, Einleitung zur Kritik der Reinen Vernunft, 1.Satz). Michael Brynntrup in „Achtung – die Achtung“ zitiert Kant und konsequent zu diesem Ansatz bietet er uns mit seinen auf Super 8 gedrehten und auf 16 mm aufgeblasenen Bildern ein Wechselspiel: Beschaulich-ruhige Bilder, die Kontemplation, Spiritualität, Achtung, Katharsis der Darsteller dokumentieren, wechseln mit „visuell-schmerzhaften“ Bildern, wie zum Beispiel Selbst-Piercing. Wieder Brynntrup zitiert in seinem Nachspann: diesmal aus dem Film „Ein andalusischer Hund“ von Luis Buñuel. Der Schmerz von Brynntrups Bildern und Buñuels berühmtem Filmbild vom Rasiermesser durch ein Auge fahrend: es geht um die ungelöste Sehnsucht aber auch die Angst des Kinos – und des Lebens selbst – nach dem Schnitt in der Leinwand, um Kino und Leben, Repräsentation und Wirklichkeit zu überwinden. Der 12-minütiger Kurzfilm „Nebel“ von Matthias Müller ist Ernst Jandls Zyklus „Gedichte an die Kindheit“ gewidmet. Super 8 Aufnahmen: Ein Hund, ein Ball, die schlichte Struktur von Strandholzhütten.

NEBEL

Als Zitat die spiralformige Bahn des fliegenden Hauses von „Der Zauber von Oz“. Die Spirale wird die Obsession einer schon gegeben Obsession bei „Vertigo“ des Amerikaners Les LeVeque. In diesem Werk wird der 128-minütige Film „Vertigo“ von Alfred Hitchcock dekonstruiert und mit einer kaleidoskopischen Montage in einem vierminütigen Film kondensiert.

Nicht nur im rein experimentellem Feld bewegt sich der Kurzfilmprogramm des Internationalen Kurzfilmwettbewerb: präsentiert werden auch Werke, die innovativ mit narrativen Strukturen umgehen, wie beispielsweise „Das schlafenden Mädchen“ von Corinna Schnitt. Eine lange einzelne stumme Kamerafahrt durch ein unbewohntes Feriendorf in Holland. Corinna Schnitt, derzeitige Stipendiatin an der Akademie Schloss Solitude und auch alte Bekannte des Filmwinters, lässt den Zuschauer warten. Die Stille wird Verfremdung; mehr als an ein echtes Feriendorf, glaubt man ein Modell davon vor sich zu haben, so unbewohnt und ohne Spuren von Leben erscheint es: „Ist das echt?“ fragen wir uns und schließen daran an: „Ist unser Leben echt?“. Vor dieser beklemmenden Frage werden wir doch noch gerettet: die Kamerafahrt endet mit einem Standbild vor einem Gemälde mit einem schlafenden Mädchen in einer Wohnung. Eine Stimme auf der Anrufbeantworter ist zu hören. Es geht um die Rückgabe eines Kugelschreibers. Eigentlich ist es nicht wichtig, es wird nur geplaudert. Eine der vielen Nebensachen des Lebens. Damit können aber wir Zuschauer zu uns und zu unserem unspektakulären, banalen Leben geheilt zurückkehren. Mit „Tous a table“ baut die belgische Filmemacherin Ursula Maier ein Kammertheaterspiel um die Lösung eines Rätsels bei einer Geburstagsfeier, perfekt kalibriert mit akkuraten schwarzweiß Bildern und der wunderbaren Interpretation der Darsteller. Die seit ein paar Jahren aktive Szene um österreichische Filmemacherinnen an der Wiener Filmakademie, deren bekannteste Figur Barbara Albert (u.a.“Sonnenflecken“, „Nordrand“) ist, wird auch dieses Jahr mit der Arbeit der 24-jährigen Marie Kreutzer „Cappy Leit“ vertreten.

CAPPY LEIT

Dabei geht es um Therese, „wie sie hastig Wasser trinkt. Wie sie sich nicht für Typen interessiert. Wie sie die Schuhe ihrer Mutter anzieht. Wie sie ihren Vater kennt. Wie sie ihren Bruder mag“ (Marie Kreutzer). .

Eine Vielzahl weiterer Filme könnte aufgezählt werden. Wenn jeder Film ein Werk an sich ist, liegt es beim Zuschauer, Parallelen zu finden, rote Fäden zu ziehen, Assoziationen zu ergründen, in persönlichen und freien Arbeiten, die dazu dienen, sich von der Hegemonie der Bilder der Massenmedien zu befreien, um mit einer kleinen aber wichtigen Hoffnung leben zu können: die Kurzfilmlandschaft bleibt nach wie vor ein Territorium von Experimenten, Innovationen und Auseinandersetzungen.

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