GEGENSPIELER - NARRATIVE SUBVERSION IN COMPUTERSPIELEN

Ein Verbindungsglied zwischen Film und Neuen Medien ist das Programm Gegenspieler, das neue subversive Strategien im Umgang mit Computerspielen vorstellt. Künstler mißbrauchen zunehmend das Setting von bekannten Computerspielen wie Quake, um Gegenerzählungen zu den inhaltlichen Festschreibungen zu entwickeln. Kritisiert werden dabei nicht nur die oft gewaltverherrlichende und sexistische Ausrichtung der Spiele, sondern auch die limitierten ikonographischen und ästhetischen Vorgaben und sehr eindimensionalen Angebote für ein meist junges Zielpublikum, das aber letztendlich immer älter wird. Eine andere Tendenz zeigt sich in der immer größeren Fangemeinde von Machinimas. Machinimas sind Filme, die direkt aus den Computerspielen geschnitten wurden und die scheinbare „Interaktivität“ der Spiele wieder in die filmische „Interpassivität“ überführen. Paul Marino von der neu gegründeten Academy of Machinima Art & Sciences aus New York stellt einige der interessantesten Arbeiten dieses neuen „Digitalen Punks“ erstmalig in Deutschland vor.