PARTYS - FILMWINTER LISTENS TO MUSIC

Nicht zuletzt ist der Filmwinter für seine exquisiten Partys bekannt, die genauso überraschend und intelligent-innovativ sind wie das übrige Festivalprogramm. Insbesondere Tendenzen VJ-Kultur und der Robotik im Clubkontext schlagen sich in den Partys des Filmwinters deutlich nieder.

 

Am Eröffnungstag ist die De:Bug Lounge aus Berlin mit ihren DJs zu Gast. Als Liveact spielt Vert (Adam Butler), ein in Köln lebender Engländer, der auf dem Mouse on Mars-Label „sonig“ veröffentlicht. Mit Laptop und Piano wird er Teile seiner Neueinspielung von Keith Jarretts „Köln Concerts“ vorstellen: „Distorted rythms and bronchitous melodies making a great day at the dancehall. Vert is a bright beat bronco blowing the backpipes of avantgarde mooseic“.

Die DASDING-Party am Freitag, den 17. Januar, widmet sich der veritablen House-Music mit Dancehall-Einlagen.

 

Albert Gabriel aka Arj Snoek (Köln) ist der Doogie Howser der deutschen House-Produzenten, wobei er eher in eine Ecke mit Whirlpool/ Workshop und einigen französischen Kollegen gestellt werden kann als mit „konventionellem“ House. In seinen unprätentiösen Tracks scheinen auch zarte Reggae-Einflüsse durch. Sein zweites Pseudonym DJ Chestnut steht jedoch für Hip Hop.: Bereits mit 17 legte er 1997 als DJ Chestnut sein Debüt bei Groove Attack vor. Ein wunderbarer Abend mit einer musikmultiplen Persönlichkeit unter dem Stichwort: „Fruit of the Loop“.

 

Am Samstag legt DJ Werner aus Stuttgart frühen Elektro auf und überführt ihn in die tanzbaren Gefilde des 21. Jahrhunderts. Ergänzt wird das DJ-Set von einem zweiköpfigen und achtturntabligen Liveact, dessen Namen wir an dieser Stelle noch nicht erwähnen wollen. Die adäquate Antwort auf den DJ-Robot vom letzten Filmwinter?

 

Das Finishing am Sonntag, den 19. Januar steht im Zeichen des Beat: die

3 Normal Beatles aus Hamburg machen herzerfrischenden, weltoffenen Beat und Soul. Die Hauptaktivitäten der drei Musikanten sprechen Bände: Ted Gaier kennen alle von den „Goldenen Zitronen“, Klaus Ramcke ist Sänger der fantastischen „Les Robbespierres“ und Thorsten Seif arbeitet beim Plattenlabel Buback. Im Anschluß legt DJ Stanley Ipkiss – benannt nach einem Protagonisten aus „Clockwork Orange“ – auf, der Woche um Woche in Hamburg den Goldenen PudelClub und in die Tanzhalle rockt.

 

Als VJs sind beim diesjährigen Filmwinter u. a. das österreichische Duo Claudia Rohrmoser und Marcel Schobel zu sehen, die neben Auftragsarbeiten für Viva 2, Porsche Austria und VW Austria vor allem mit künstlerischen Arbeiten für den Steirischen Herbst (2000), der ARS electronica (1999) und als Visual Support u .a. für Kruder und Dorfmeister, AdamF und Jmajik, Dj Storm (Metalheadz) auf sich aufmerksam gemacht haben. In ihre Visuals fließen Elemente der traditonellen experimentellen Animation, der Computeranimation und des Livevideomixing zusammen, die sie in Kooperation mit unterschiedlichen Klangkünstlern zu audiovisuellen Konzerten ausbauen. Rohrmoser und Schobel entwickeln sowohl Installationen als auch Visuals für den Clubkontext.