RAHMENPROGRAMM NEUE MEDIEN

Olia Lialina, wird ihre Website „Some Universe“ vorstellen. Weltraumhintergründe, freie Hintergrundsammlungen im Web und die Unmöglichkeit Text auf Sternenhimmeln zu platzieren. In ihrem Projekt erzählt die Professorin der Merzakademie über Amateurhomepages, die von kreativer Vielfältigkeit zeugen. Die freie Verfügbarkeit von Weltraum Hintergrundbildern, Sinnbild für das Open Source System des www, benutzt Liliana um diese Bilder in einer Symbiose einem neuen Sinn zuzuführen, eben “Some Universe”:

„I'm always attracted to free background collections. ...And I always wanted to use them in my projects but they never fit. This is the tragedy of outerspace backgrounds. They are magnificent, but they don't fit with any concrete idea.“ (OL)

 

Ulrike Gabriel, Medienkünstlerin, entwickelt seit Anfang der neunziger Jahre ihr eigene Software für interaktive Installationen. Sie studierte und arbeitete u.a am Institut für Neue Medien in Frankfurt a. M. und an der Kunsthochschule für Medien Köln. Mit Ihrem eigenen Medienlab, Codelab Berlin, kooperiert sie mit der HdK Berlin, der Technischen Universität Eindhoven und wird 2001 im Artist-in-Residence Programm des Podewil, Zentrum für aktuelle Künste Berlin, teilnehmen. Ulrike Gabriel hat bereits ihre Arbeiten und Projekte in Europa, Nordamerika, Australien und Ostasien ausgestellt.

“...hinter dem unmittelbar wahrnehmbaren der Informationsgesellschaft liegen komplexe informationsbasierte Systeme, deren Funktionen und Fluss längst nicht mehr konkret nachvollziehbar sind. Der Einzelne baut unentwegt Ströme von Information flexibel in die private Weltvorstellung ein. Intuition, Imagination, Phantasie und Kombinationsfähigkeit sind soweit trainiert, dass wenige Zahlen genügen um Assoziationsketten loszutreten. Zur Beschreibung: unter “rot, 50 g, fliegt 1000 km in der Stunde” kann sich beinahe jeder etwas vorstellen. Die individuell entstehenden Bilder sind oft völlig disparat, eine Vielzahl von Vorstellungen wird produziert, die sich einer kollektiven Wirklichkeit und Beweisführung entziehen, da ihr Gegenstand nicht existiert. Realität kann deshalb bereits inszeniert werden, wenn sich diese Vorstellungen in einer glaubwürdigen Form punktuell beweisen...” (UG)

 

Neben ihrer Jurytätigkeit ist Ulrike Gabriel beim Festival mit einem Konzert im IKEA-Gebäude (Mittwoch, 15. Januar, 22 Uhr) vertreten. Das Flow Ensemble von Ulrike Gabriel (Laptop, Stimme) sowie den Musikern Gilles Aubry (Laptop) und Antoine Chesex (Saxophon, Stimme) reagiert live auf die täglichen Inszenierungen der Medien, in dem es deren Informationsströme filtert, instrumental aufbricht und poetisch rekontextualisiert.