DIE PREISTRÄGER DES STUTTGARTER FILMWINTERS 2003

INTERNATIONALER WETTBEWERB KURZFILME UND –VIDEOS

 

Not Norman 2003 (Preis der Jury)

Da ein bekanntes Transportunternehmen den Kurzfilm und -videopreis nicht mehr stiften kann, wurde der Not Norman ausgerufen, der durch Spenden finanziert wird.

 

Der Not Norman 2003 geht an:

„Wie ich ein Höhlenmaler wurde“ (Deutschland 2001) von Jan Peters

Jurybegründung:

„Die Jury verleiht den Not Norman 2003 an Jan Peters, ein Filmemacher mit sehr persönlichem Stil. Sein Film ‚Wie ich ein Höhlenmaler wurde‘ ist eine Mischung aus Dokumentation, Experimental- und Tagebuchfilm. Er hinterfragt den Sinn des Lebens und was es bedeutet, ein Künstler zu sein. Jan Peters ist die Quintessenz des unabhängigen Filmemachers, der in seinem Schaffen, die Idee des allein arbeitenden Künstlers kultiviert. In seinen Filmen präsentiert und enthüllt er auf geschickte weise die illusionäre Kraft von Kino. ‚Wie ich ein Höhlenmaler wurde‘ gibt den BetrachterInnen das Gefühl mit Jan Peters in seiner Höhle zu sein und ermöglicht gleichzeitig den Blick von außen. Die Einsichten, die er gewährt, sind humorvoll und liebenswert. Die Jury möchte sich bei Jan Peters bedanken, daß er die Freude an den kleinen Dingen, die uns umgeben entdeckt und mit uns teilt.“

 

Lobende Erwähnung:

Die Lobende Erwähnung geht an Sami Hantula aus Finnland, der mit mehreren Arbeiten im Wettbewerb vertreten war: „Poloiset ja pranormali“ (Die Armen und das Paranormale), „Poloiset ja pimeyden sydän“ (Die Armen im Herzen der Finsternis), „Marietta – The Nothern Odyssey“.

Jurybegründung:

„Die Jury glaubt, daß der Stuttgarter Filmwinter mit Sami Hantula ein junges vielversprechendes Talent entdeckt hat. Seine Filme sind ironische sichtweisen auf die vergeblichen Versuche der Menschen sich mit Natur, Großmüttern, fliegenden Untertassen oder was auch immer auseinanderzusetzen. Wie er Musik einsetzt gibt, seiner Arbeit eine nahezu kindliche Unschuld. In seinen Bezügen zur Filmgeschichte zeigt er sowohl Faszination als auch kritische Distanz. Die Jury wartet gespannt auf weitere Arbeiten dieses jungen Filmemachers.“

 

TEAM-WORK-AWARD

Die Hoppe-Ritter Kunstförderung stiftet 2.000 € für eine Film- oder Videoproduktion, die als Gruppenarbeit realisiert wurde, d.h. für Konzeption und Realisation müssen mindestens zwei Person gemeinschaftlich verantwortlich gewesen sein.

 

Der Team-Work-Award geht an:

„Happy Problem“ (Frankreich 2002) von Eva Könnemann

Jurybegründung:

„Die Tatsache, daß ein Festival einen Team-Work-Award auslobt, hinterfragt schon die Idee von Autorenschaft. So fand die Jury es sehr passend, den Team-Work Award einem Film zuzusprechen, der sich auf seine Weise mit Autorenschaft und Zusammenarbeit auseinandersetzt. ‚Happy Problem‘ ist ein Film, in dem sich die Strategien der Filmemacherin in den Strategien der Charaktere spiegeln. Wahrnehmungen und Perspektiven werden in mehreren Ebenen aufgebaut und zerstört, Identitäten vor und hinter der Kamera konstruiert. Ironischerweise erhält ‚Happy Problem‘ den Team-Work-Award‘, nachdem sich die Gruppe aufgelöst hat. Wir wünschen den einzelnen Mitgliedern viel Glück auf ihren eingeschlagenen Wegen und hoffen es kommt nicht zu weiteren Spannungen beim Aufteilen des Preisgeldes.“

 

JURY FILM/VIDEO:

Arjon Dunnewind, Festivalleiter Impakt (Utrecht), annette hollywood, Video- und Performancekünstlerin (Braunschweig), Paul Marino, Direktor der Academy Machinima Arts & Sciences (New York).

 

DASDING-PUBLIKUMSPREIS (FILM/VIDEO)

Der DASDING-PUBLIKUMSPREIS (Film/Video) in Höhe von 1000 € wurde per Stimmzettel ermittelt.

DASDING ist das Jugendprogramm des SWR (Radio, Fernsehen, Internet).

 

Der DASDING-PUBLIKUMSPREIS geht an:

„Swapped“ (Schweiz, Großbritannien 2001) von Pierre Monnard

 

 

ERDUNG UND EHRUNG

Traditionellerweise vergeben die Wand 5-Mitglieder ebenfalls einen Ehrenpreis. Dieses Mal wurden zwei Preise vergeben. Einer der Preise wurde aufgrund des Filmwinter-Mottos „Erdung“ vergeben:

 

Wand 5-Ehrenpreis

Der Wand 5-Ehrenpreis geht an:

„Imitations of Life“ (Kanada 2001) von Mike Hoolboom

 

Wand 5-Erdungspreis

Der Wand 5-Erdungspreis geht an:

„Soldat Soldat“ (Deutschland 2002) von Stefan Möckel

 

 

INTERNATIONALER WETTBEWERB NEUE MEDIEN

(Medieninstallationen, Internet und CD-ROM/DVD-ROM)

 

PREIS DER LANDESHAUPTSTADT STUTTGART FÜR NEUE MEDIEN

Zwei Preise in Höhe von insgesamt 400.000 € – gestiftet von der Landeshauptstadt Stuttgart – werden an unabhängig produzierte, künstlerische Arbeiten im Bereich Internet und CD-ROM/DVD-ROM vergeben.

 

Die Jury hat sich entschieden, auf die Aufteilung in die beiden Kategorien Internet und CD-ROM/DVD-ROM zu verzichten, da beide Bereiche sich ohnehin stark annähern. Dafür haben Sie den Preis gedrittelt.

 

Der Preis der Landeshauptstadt Stuttgart für Neue Medien geht an:

„Stummfilm für Gehörlose“ (Deutschland 2002) von Michael Brynntrup

www.brynntrup.de/stummfilm

Jurybegründung:

„Die didaktischen Tendenzen dieser Arbeit strukturieren Sprache und Humor um. Das Werk, einfach in Form und Botschaft, hat das Interesse und die Aufmerksamkeit der Jury am meisten gefesselt. Indem auf einen zu komplexen Gebrauch von Technik verzichtet wurde, macht diese Arbeit vielen anderen techologisch sehr determinierten Arbeiten, die heute produziert werden, einen Strich durch die Rechnung.“

 

„Grey Area“ (USA 2002) von Frederike Paetzold

turbulence.org/Works/greyarea

Jurybegründung:

„Diese Arbeit funktioniert als ein Dokument pseudo-wissenschaftlicher Kunstforschung. ‚Grey Area‘ untersucht psychologische Aspekte des täglichen Lebens auf humorvolle und scharfe Weise. Die Arbeit, als Selbstportrait, teilt sich in drei Kategorien: Verlangen, Verbrauch und Erfüllung. Ein kritischer Versuch, die Position des Individuums als Struktur zu untersuchen.“

 

„The Missing Corpse“ (KOREA/USA 2001), eine CD-ROM von Eunjung Hwang

in Verbindung mit ihrer Installation „Monsters of Time“

Jurybegründung:

„Beide Arbeiten fesseln den Betrachter durch die Intensität der persönlichen Bilderwelt des Künstlers. Beide Arbeiten zeigen Kinderzeichnungen, die sich in Beweise für die Schönheit und die Poesie des Lebens verwandeln. Der Künstler nutzt effektvoll das Potential der Digitalität um Werke ungewöhnlicher Stärke, einfach in Form und Bedeutung zu erschaffen.“

 

 

MILLA & PARTNER-PREIS FÜR MEDIEN IM RAUM

Der Wettbewerb für Installationen wird unterstützt von Milla & Partner GmbH, die das Preisgeld in Höhe von 2.500 € stiften.

 

Der Milla & Partner-Preis für Medien im Raum wurde halbiert und geht an:

„Heroes“ (Deutschland 2001) von Oliver Pietsch

Jurybegründung:

„‘Heroes‘ von Oliver Pietsch ist formal einfach. In einer einzigen Einstellung gedreht (und durch nur zwei minimierende Schnitte postproduktiv in Form gebracht) entwickelt die Videoprojektion einen enormen Sog. Die Installation zieht den Betrachter durch eine Welt der Luftballons in einen Blutrausch hinein, auf den ersten Blick ein flapsiger analoger Kommentar auf digitale Ego-Shooter-Games. Heute auf diesem Festival, zwei, drei Wochen vor dem nächsten Krieg ums Öl wirkt er auf die Jury wie der einzige explizite Kommentar eines Video-Künstlers zu unserer schleichenden Gewöhnung an Krieg und die derzeitigen Kriegsvorbereitungen.“

 

„G.G. Moebius“ (Kanada 2002) von Matthew Evans

Jurybegründung:

„Ganz anders die künstlerische Haltung von Matthew Evans in der Parallelprojektion ‚Moebius‘: Die sehr leiste Arbeit, als audiovisuelles Ereignis poetisch und kontemplativ, zeigt uns die Kraft, die in der Konzentration und Hingabe liegt, ohne Zeit, jenseits der lauten Materien und Materialien. Die Kunst von Johann Sebastian Bach und Glenn Gould wird von Matthew Evans durch die beiden zeitversetzten Loops zu einem Herantasten an innere Freiheit.“

 

JURY NEUE MEDIEN:

Joseph Delappe, Installationskünstler (Reno, USA), Ulrike Gabriel, Medienkünstlerin und Musikerin (Berlin), Johannes Milla, Geschäftsführer und Mitinhaber von Milla & Partner (Stuttgart).

 

DASDING-PUBLIKUMSPREIS (INTERNET)

Die Abstimmung des DASDING-Publikumspreis fand per Online-Abstimmung statt.

 

Die meisten Stimmen erhielt:

„This Is A Magazine“ (Italien 2002) von Andy Simionato, Karen Ann Donnachie

www.thisisamagazine.com