Network Culture

AUSSTELLUNG EXPANDED MEDIA

Rundgang durch die Ausstellung nach der Eröffnung des 26. Stuttgarter Filmwinters
> Wilhelmspalais, 1. Stock
× Donnerstag, 10.01.2013
20.00 Uhr

Öffnungszeiten
> Wilhelmspalais, 1. Stock
× Donnerstag, 10.01.2013
20.00 – 21.00 Uhr
× Freitag, 11.01.2013
12.00 – 14.00 Uhr
× Samstag, 12.01.2013
11.00 – 16.00 Uhr
× Sonntag, 13.01.2013
11.00 – 14.00 und 16.00 – 17.00 Uhr

Führungen
> Wilhelmspalais, Treffpunkt: Infotheke
× Donnerstag, 10.01.2013
20.00 Uhr (Filmwintereröffnung und Rundgang)
× Samstag, 12.01.2013
15.00 Uhr
× Sonntag, 13.01.2013
13.00 Uhr

Familienführungen mit Sabina Husicic
> Wilhelmspalais, Treffpunkt: Infotheke
× Samstag, 12.01.2013
14.00 Uhr
× Sonntag, 13.01.2013
16.00 Uhr

NETWORK CULTURE

Der internationale Wettbewerb NETWORK CULTURE zeigt dieses Jahr neun Positionen aus interaktiven Projekten und social web sowie technisch raffinierten Transformationen des Internet.

> I am we_interactive image, Wolf Nkole Helzle, Deutschland
> iPhone live, Johannes P Osterhoff, Deutschland
> Netscapes, Garrett Lynch, Irland
> Re: Dakar Arts Festival, Andreas Zingerle, Östereich & Linda Kronman, Finnland
> Search By Image, Sebastian Schmieg, Deutschland
> Untitled (internet), Constant Dullaart, Niederlande

I am we_interactive image
Wolf Nkole Helzle, Deutschland 2012
Das Social-Media Kunstprojekt I am we_interactive image ermöglicht es Nutzern weltweit, ein fotografisches Tagebuch zu führen, Teil eines Gesamtkunstwerkes zu werden und ihre Welt anderen Nutzern zugänglich zu machen. Ob Kiki in Frankreich, Ellen in den Niederlanden, Jeremy in den USA, Nuray in der Türkei, in Argentinien, Japan oder Finnland – sie alle vereint das Interesse an dieser Frage „Gibt es eine Beziehung zwischen mir und dem was um mich herum ist? Ist der Beobachter das Beobachtete?“ und lassen uns somit teilhaben an ihren Festen und Gebräuchen, Interessen, Freuden und Leiden – an ihrer alltäglichen Welt. Das Tagesbild auf der ii-Plattform überwindet Grenzen und Konfessionen und lässt gute Gespräche und Freundschaften entstehen. Jeder kann an diesem Kunstprojekt teilnehmen. Dazu muss man kein professioneller Fotograf sein; es reicht ein Handy oder eine Digitalkamera.
www.interactive-image.org

iPhone live
Johannes P Osterhoff, Deutschland 2012
Der Künstler Johannes P Osterhoff streamt seit dem 5. Geburtstag des iPhones (29. Juni 2012) den Inhalt seines iPhones im Rahmen einer einjährigen Performance öffentlich ins Netz. Um diesen Live-Stream zu ermöglichen, greift Osterhoff auf ein iPhone mit Jailbreak zurück. Er benutzt Screenshots, die das Gerät automatisch erstellt, wenn User den Home-Button drücken und das Gerät einen Zoom-Effekt anzeigt. Um die Aktivitäten auf dem iPhone möglichst in Echtzeit auf die öffentliche Website zu übertragen werden diese Programme automatisch im Hintergrund in regelmäßigen Abständen ausgeführt. Johannes P Osterhoff ist Interface-Künstler und beschäftigt sich aus künstlerischer Perspektive mit aktuellen Benutzerschnittstellen. Zu seinen Arbeiten zählen z.B. Google, die erste Ein-Jahres-Performance, bei der Osterhoff sein Suchverhalten mit Google veröffentlichte und die beim Filmwinter 2012 für den Wettbewerb NETWORK CULTURE ausgewählt wurde.
www.iphone-live.net

Netscapes
Garrett Lynch, Irland 2011
Netscapes ist eine automatisierte Anwendung, die Live-Feeds von Webcams des Netzwerks benutzt um kombinierte und imaginierte Landschaftskompositionen, vernetzte Landschaften zu erschaffen. Dies geschieht mit dem Einsatz der sogenannten Web-Scraping-Technik, bei der Daten von Webseiten gezogen werden. Netscapes holt sich die Bilder und betrachtet das Netzwerk als vergrößerte Linse, eine Erweiterung unseres Sichtfelds um entfernte Orte zu sehen. Netscapes vermischt mehrere Zeitzonen und erlaubt es uns, gleichzeitig Morgen, Mittag, Abend und Nacht zu beobachten. Als Landschaftsarbeit in der Tradition der klassischen westlichen Landschaftskunst zeigt Netscapes Landschaften, die idealisiert sind – jedoch ist es in stetiger Bewegung, was Schnitt, Komposition und Erscheinungsbild betrifft. So wie die Methode sehen können, wie eine Landschaft in der traditionellen Landschaftskunst entsteht, den Pinselstrich oder die Spur eines Malerwerkzeugs, werden wir bei Netscapes ständig an die Linse erinnert wenn Wassertropfen oder Dreck das Bild unscharf machen, den Lichtreflex der Sonne oder das Schwarz der Nacht, dass die Webcam nicht durchdringen kann.
www.asquare.org/works/netscapes

Re: Dakar Arts Festival
Andreas Zingerle, Östereich & Linda Kronman, Finnland 2011
Das Re: Dakar Arts Festival-Projekt dokumentiert eine anhaltend kursierende Betrugsmasche. Die Betrüger wenden sich mit öffentlichen Ausschreibungen zu einem nicht existierenden Festival in Dakar im Senegal an Künstler und Galeristen. Um professionell zu erscheinen legen sie sich andere Identitäten zu. Um ihre Praktiken aufzudecken, wurden drei virtuelle Charaktere inklusive ihrer Online-Identitäten generiert, die die Betrüger übers Ohr hauen. Recherchiere ihre Geschichten und finde Einstiegspunkte um die Sache online weiter zu verfolgen. Die fiktionalen Geschichten, die die Betrüger und ihre Verfolger erschaffen haben, enthüllen die Dystopie des Internets – eine Welt der Möglichkeiten für falsche Darstellungen, Vertrauensmissbrauch, Erniedrigung und Verzweiflung.
http://www.dakarartsfestival.net

Search By Image
Sebastian Schmieg, Deutschland 2011
Google Search By Image, veröffentlicht im Juni 2011, erlaubt es Googles Datenbank mittels eines Bildes – anstelle von Suchbegriffen – zu durchsuchen. Als Ergebnis liefert der Algorithmus visuell ähnliche Bilder, sowie Seiten, die inhaltlich mit dem Ausgangsbild verwandt sind – so zumindest das von Google angestrebte Ziel. Search By Image ist eine Serie von algorithmischen Videos, die durch den Einsatz von Googles umgekehrter Bildersuche entstanden sind. In einem rekursiven Prozess werden die Eigenheiten eines unsichtbaren Algorithmus herausgearbeitet, sowie alternative Navigationsmöglichkeiten durch ein gigantisches Archiv sichtbar gemacht. Teil der Serie ist auch eine Live Version. Immer dann, wenn die Website betrachtet wird, setzt sich die Suche fort.
http://sebastianschmieg.com/searchbyimage

Untitled (internet)
Constant Dullaart, Niederlande 2012
Der ständige Gebrauch des Internets als Informationsmedium ist in der heutigen Zeit unumgänglich und für viele User alltäglich. Längst vergangen sind die Zeiten in denen uns Professor- und Doktortitelträger über ihren Werdegang informieren wollten. Die fröhlichen Bilder im Stil eines Bewerbungsfotos, die uns von ihrer in Times selbst programmierten Seite anlächelten sind vergangen. An Stelle dieser Eigenwerbung, bewegt sich der moderne User in einer von Angebot und Nachfrage gesteuerten Netzwelt. Die Ästhetik des Amateurs ist den bunt, nach CI-durchgetrimmten Konzepten gewichen. Der niederländische Künstler Constant Dullaar betrachtet dieses Ritual im Netz mit seiner Arbeit “Untitled” (internet) kritisch. Beim Aufrufen von untitledinternet.com findet man sich, wie Millionen von Usern beim Aufrufen des Browsers, auf Google.com. Allerdings scheint man nun sein geliebtes Tor zum Internet durch einen Schleier zu betrachten durch den sich neue Perspektiven ergeben. Dadurch wird eine Reflexion des Users möglich, der mit einer Abhängigkeit konfrontiert wird, die er bis dato nicht bemerkt hatte.
http://untitledinernet.com