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Videokunst & Körperlichkeiten: BodyWork(Out)
Videokunst & Körperlichkeiten

BodyWork(Out)  


Fr, 23.01.    24:00 Uhr    Gäste-BETT (Filmhaus)

                 Im Anschluss: Party mit DJ Zouk  &  VJ Akari*Lichterwald!
                 Weitere Infos im Programmteil „Partys“.
 


Der Körper als Objekt. Körperobjekt. Behandeln, bearbeiten, beschneiden, markieren.

In der Popkultur spielt der Körper eine enorme Rolle. Hinsichtlich seiner Abbildung wurden in den vergangenen Jahrzehnten in zahlreichen Musikvideos, aber auch in den Medien langsam, aber sicher die lange Zeit geltenden gesellschaftlichen Tabus gesprengt. Und nicht nur der weibliche Körper steht hierbei im Mittelpunkt, auch der männliche Körper musste sich immer mehr mit seinen Bilder-Idealen auseinandersetzen.

Im populären Musikgeschäft gehört mittlerweile nicht nur eine stimmliche, sondern auch eine körperliche (Aus-)Bildung unweigerlich dazu. Fernsehformate wie „Popstars“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ verdeutlichen dies, aber auch abseits von Musikshows ist der Körper in den visuellen Medien zunehmend ins Zentrum der Betrachtung gerückt. Models stehen dabei gemeinhin für den „reinen“ Körper, sie sind Präsentations- und Repräsentationsfläche eines Körperideals. Der Körper wird an allen Ecken und Enden geformt, Schönheits-OPs gehören zur Tagesordnung, müssen sich nicht mehr verstecken. Die Suche nach dem perfekten Körper wird ebenso wie das Fettabsaugen groß und in Farbe auf den heimischen Bildschirm übertragen. Der Körper wird ein virtueller und auf Knopfdruck veränderbarer Wert.

Mit seiner Bearbeitung werden Veränderungen herbeigeführt und vorgeführt. Doch werden auch Grenzen gezogen, oder weichen diese auf? Wie nehmen wir unseren Körper wahr und was sagt er über uns aus? Identifizieren wir uns über den eigenen Körper? Viele Künstler greifen diese Fragen auf und bearbeiten sie auf verschiedenste Art und Weise, sie bedienen sich dafür des eigenen Körpers oder jenes ihrer Modelle.

Der Körper wird zum Objekt (der Begierde), zum Modeaccessoire, zur Manifestation einer (sexuellen) Positionierung. Er ist Ort für Inszenierungen, Einschnitte und selbst zugefügte Markierungen. Der Körper wird Werbemittel für Mode, Düfte, Lebensmittel - bei Bedarf sexualisiert, asexuell oder metrosexuell. Vielfältige Entwicklungen hat er schon durchgemacht – entblößt, abgemagert, verhüllt, verkleidet, als Symbol für Erfolg und Reichtum. Das Körperbild wird immer neu kreiert. Träume werden erschaffen, Ideale postuliert, Kritik wird geübt und unser Verhältnis zum Körper parodiert. Der Körper wird je nach Bedarf maßgeschneidert. Ein Arsenal an Ersatzteilen scheint immer zur Verfügung zu stehen.

BodyWork(Out) ist ein Programm, das sich Körperlichkeit und deren Präsentation durch das (klassische TV-) Medium Musikvideo zum Thema macht. Die hier ausgesuchten Arbeiten zeigen Videos von populären Bands wie auch Werke von Musikvideoregisseuren, die für sich einen experimentellen Zugang gewählt haben. Der ursprüngliche „Sinn“ eines Musikclips, Werbung für einen Song oder eine Band zu sein, steht nicht mehr unmittelbar im Vordergrund. Diese Videos sind längst über die reine Werbefunktion hinausgewachsen. Künstler inszenieren sich darüber oder transportieren ihnen wichtig erscheinende Botschaften. Die hier gezeigten Videos sollen im Besonderen verschiedene Aspekte des Umgangs mit dem Körper beleuchten.
Riskieren wir einen expliziten Blick auf das Körperliche, auf Botox-Träume & Fitnessphantasien, auf Transformation, Technisierung und Sexualisierung des Körpers.                                Wiktoria Pelzer





Musikclips


Muto (Andrea Martignoni)
Argentinien/D 2008, R: BLU & SIBE, 7:26 Min.
Produktion: Mercurio Film

Dr. Love, (The Bumblebeez)
AUS 2007, R: Tom Kuntz, 4:12 Min.
Label: Modular Recordings

Buttons (Sia)
USA, 2007, R: Kris Moyes, 3:30 Min.
Label: Astralwerks
Produktion : The Directors Bureau

In the closet (Michael Jackson & Naomi Campbell)
USA 1992, R: Herb Ritts, 6:40 Min.  
Label: Epic Records

Hope there’s someone (Anthony and the Johnsons)
USA 2001, R: Glen Fogel, 3:30 Min.
Label: Secretly Canadian
 
Beauty Kits
F 2001, R: Pleix (Bleip), 3 x 1:00 Min.

Hustler (Simian Mobile Disco)
USA 2007, R: Ace Norton, 4:00 Min.
Produktion Partizan UK

Terror of Sleep (Von Spar)
D 2006, R: Ole Ziesemann, 3:30 Min.
Label: L’age d‘or
Produktion: Ole Ziesemann, Thomas Willems, Annabelle Handke, Daniel Büchner

I just don’t know what to do with myself  (The White Stripes)
USA 2003, R: Sofia Coppola, 3:00 Min.
Label: XL Recordings
Produktion: Jack White

Windowlicker (Aphex Twin)
GB 1999, R: Chris Cunningham, 10:30 Min.
Label: WARP Records
Produktion: Black Dog Films
 
Beauty Kits 2
F 2001, R: Pleix (Bleip), 3 x 1:00 Min.

Lipstick (artist(s) unknown)
A 2008, Regie: Angelika Schneider, 3:00 Min.

Number 1 (Goldfrapp)
GB 2005, R: Dawn Shadforth, 3:30 Min.
Label: Mute Records
Produktion: Black Dog Films

Fetish – Commercial for NUS
GB 1998, R: Chris Cunningham, 1:00 Min.
Label: Agency Mustoes

Beauty Kits 3
F 2001, R: Pleix (Bleip), 3 x 1:00 Min.

Call On Me (Eric Prydz)
GB 2004, R: Huse Monfaradi, 2:50 Min.
Label: Ministry of Sound

Untitled (How does it feel) (D’Angelo)
USA 1999, R: Paul Hunter, 4:30 Min.  
Label Virgin / EMI

All is full of love (Björk)
GB 1999, R: Chris Cunningham, 4:00 Min.
Label One Little Indian
Produktion: Black Dog Films

 
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