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Medien im Raum – Ausstellung

Internationaler Wettbewerb

Medien im Raum

 

 

20. – 30. 01. 2010                  h7 raumaufzeit

Öffnungszeiten:                 täglich  14 – 20:00 Uhr
Ausstellungs-Eröffnung:    Mi, 20.01., 19:30 Uhr

 

 

Medien im Raum – Ausstellung

 

 

Free Space Loss
Erika Lincoln, Canada 2009

 

„Free Space Loss” ist eine elektronische Medieninstallation, die sich wieder der eindringlichen Erfahrung früher Virtual-Reality-Systeme zuwendet. Durch die Nutzung eines technisch älteren Virtual-Reality-Modells, dem Head Mounted Display (HMD, “Bildschirmgerät auf dem Kopf”), können die Zuschauer eine fotografische Panorama-Aufnahme von Stuttgart visuell erkunden. Beim Tragen ihres HMDs werden die Zuschauer mit einem Netzwerk verlinkt, das ihre physiologischen Daten aufnimmt, misst und dann an ein Computer-Softwareprogramm überträgt, und das – dabei mit vergleichbaren Methoden arbeitend wie sie bei der Datenmodellierung von Computerspielen oder in der Wissenschaft angewendet werden – das Panorama-Bild verändert. Mit der Zeit entfernt sich das Bild komplett vom Original und enttarnt so das Panorama als ein Symbol, das ganz leicht hergestellt und manipuliert werden kann.

„Free Space Loss“ ist ein Begriff aus dem Bereich Kommunikation, der die Tendenz eines kabellosen Signals beschreibt, sich in Zeit und Raum auszudehnen.

„Free Space Loss“ feiert seine Premiere beim 23. Stuttgarter Filmwinter.

 

Weitere Informationen: http://lincolnlab.net/Free_Space_Loss.html

 

 

 

My name is 192.168.159.16

Varvara Guljajeva & Mar Canet Sola, Österreich 2009

 

“My name is 192.168.159.16” ist eine metaphorische Visualisierung des heutigen Menschen. Nach meiner Ansicht sind wir nicht mehr auf nur einen Körper beschränkt. Wir dehnen uns über Netzwerke bis in die Unendlichkeit aus. Der Ort an dem wir uns befinden spielt keine Rolle, wichtig sind die Verbindungen. Deshalb stimme ich an diesem Punkt mit Mitchell komplett überein “Eine Unterbrechung der Verbindung wäre eine Amputation. Ich verlinke mich, also bin ich.” Nach und nach werden wir rundum ausgerüstet sein und vollkommen abhängig von technologischen Cyberorgs. Die Installation besteht aus 4 Puppen mit jeweils einem internen Lautsprecher, 4 Relais, Arduino, einem Computer und einem Modem. Wir benutzen Processing, TTS (ein System zur Umwandlung von Text in Sprache) und Arduino. Es wird ein gleichzeitig unabhängiges und isoliertes Netzwerk hergestellt. Die IP-Adressen werden ständig erneuert und per Zufallsprinzip an eine der Puppen übermittelt, so spricht immer nur eine Puppe (4 Lautsprecher werden mit 4 Relais über Arduino kontrolliert).

 

Weitere Informationen: http://varvarag.cdrews.de , www.mcanet.info , www.derivart.info

 

 

 

National Pastime
Nationaler Zeitvertreib

Jesse Magee, Deutschland 2008

 

Konzept und Glasarbeiten: Jesse Magee, Regie, Schnitt, Produktion: Micah Magee, Drehbuch: Jesse und Micah Magee, Kamera: Armin Dierolf

Kameraassistenz und Licht: Moritz Thiel, Ton: Anne Petters, Darsteller: Jesse Magee, Martin Schnug, Herstellungsleitung: Andreas Louis

 

Dieses Projekt besteht aus 2 Teilen: einem Film und einer Plastik. In dem Film spielen zwei Jugendliche in einem alten Gebäude Baseball. Sie spielen mit einem normalen Baseballschläger, aber mit Baseballbällen aus Glas. Die plastische Arbeit besteht aus den circa 40 zerschlagenen Glas-Baseballbällen und dem Baseballschläger. Die zerschlagenen Bälle und der verschrammte Schläger sind Zeugen der Handlung des Ballschlagens.

“National Pastime” spielt mit der Tatsache, dass Baseball (ein Nationalsport in den USA) mit einem Spielgegenstand gespielt wird, der die Form einer Urwaffe (eines Knüppels) hat. Diese Form drängt gerade dazu, den Schläger zweckentfremdet zu benutzen. Das Stück spricht ebenfalls die Themen Zerstörung als Zeitvertreib und Lust an Zerstörung an. Es ist meine Absicht, ein innewohnendes Interesse  an aggressivem Verhalten zu verbildlichen.


 

In geraumer Zeit
Katharina Kohl, Deutschland 2009   

 

In Zeiten von Navigationssystemen und Virtualität gewinnt die Definition des realen Standortes eine neue Dimension. “Wo ist das Bild!”, fragt Thèophile Gautier beim Anblick des Velazquez-Gemäldes “Las Meninas” 1882.

Wo bin ich, wenn ich ein Bild betrachte? Die Video-Installation “Instant Spaces / In geraumer Zeit” mit ihrem Lampenschirm aus Leinwand kreist um diese Frage.

 

 

 

Gulliver Dreaming

Signe Theill, Deutschland 2008, Video, 15:39 Min.   

 

Idee/Regie: Signe Theill, Tanz: Shannon Cooney, Musik, Ton: Frieder Butzmann,

Kamera/Schnitt: Walter Gramming, Kostüm: Heather MacCrimmon

 

Berlin - Bahnhof Potsdamer Platz – eine junge Frau sucht einen Platz zum Verweilen – sie scheint an diesem Ort des Durchgangs gestrandet. Der unruhige Schlaf, den sie auf einer Bank zu finden sucht, wird durchbrochen von ihren Träumen, in denen sie geheimnisvollen Stimmen folgt und Maschinen begegnet, die ihr Rätsel aufgeben. Dazwischen träumt sie von Begegnungen mit Menschen. Diese aber eilen an ihr vorbei und hinterlassen nichts als eine flüchtige Spur.
Die Tänzerin und Choreografin Shannon Cooney setzt das Thema - die Auseinandersetzung mit einer von Automaten bestimmten Umgebung; heiter und spielerisch um, der tänzerische Part des Videos wurde von ihr in freier Improvisation entwickelt. Die Komposition des Musikers Frieder Butzmann nimmt die tänzerische Bewegung minutiös auf und ergänzt sie kongenial.

www.signe-theill.de

 

 

Betrachtungsapparat für einen Ausstellungsraum
Katz & Fuchs, Deutschland 2009

Die Installation beinhaltet eine Spiegelsäule mit zwei 90° verwinkelten Spiegeln und zwei Kameras mit jeweils einem in Echtzeit gekoppelten Monitor. Mithilfe der Spiegelsäule im Zentrum der Installation sieht der Betrachter einen virtuellen, dreidimensionalen Monitor, der ein echtzeitlich dreidimensionales Bild des Betrachters inmitten der Installation zeigt.

 

 

geb. am

Barbara Karsch- Chaïeb, Deutschland 2009   

 

Gibt es etwas flüchtigeres als Erinnerungen?

Auf der Spur der Menschen, die Jahre lang in Tresor-und Kassenräumen aus- und eingingen, um ihre Lohntüte abzuholen, hat Barbara Karsch-Chaïeb 33.387 Personalakten der Stuttgarter Generaldirektion der Staatseisenbahnen, Reichsbahn-, Eisenbahn- und Bundesbahndirektion im Staatsarchiv in Ludwigsburg durchgesehen.
Sie wählte 75 Akten von Personen aus, die vor 1898 geboren sind. Diese Schriftstücke werden mittels Beamer an Wandflächen im Raum projiziert und treten so in Verbindung mit den alten Mauern, die starke Gebrauchsspuren der vergangenen Zeiten aufweisen. Die alten Schriften „Kurrent“ oder „Sütterlin“ sind kaum noch zu entziffern.


 

Noir
Mirko Martin, USA 2008
2008, HDV (computer-generiert), 8:08 Min., Ton

Eine Nacht in meiner Nachbarschaft in Los Angeles während eines
halbjährigen Aufenthalts 2008. Da nahebei eine Straßengang ansässig war,
kreisten häufig Polizeihelikopter über dem Wohngebiet. In einer lauten Nacht ging ich vorsichtig in Richtung Zentrum des Geschehens, um Ton aufzunehmen. Nachdem ich den Rekorder angestellt hatte, hörte ich Schüsse, und kurz darauf traf ich einen Anwohner an, der hinaus gekommen war, um zu sehen, was vor sich ging. Ich nahm unsere Unterhaltung auf, in der wir uns einen Reim auf das zu machen versuchten, was wir hörten und sahen. Während man auf der Tonspur von „Noir“ die Unterhaltung hört, sieht man auf der Leinwand lediglich den ins Visuelle verdoppelten gesprochenen Text vor schwarzem Hintergrund.


Golden Shower

Christopher Winter, Deutschland 2009   


Die Arbeit ist aus dem Interesse heraus entstanden, eine Verbindung mit etwas Fundamentalem und Urzeitlichem in der Kunst zu schaffen. Bruce Nauman machte in seinem Atelier ein photographisches Selbstporträt mit dem Titel “Selbstporträt als Springbrunnen”. Es zeigte den Künstler Wasser-spuckend und war eine Referenz an Marcel Duchamps Arbeit “Fountain” (“Fontäne”) von 1917, einem Pissoir – eines der einflussreichsten Kunstwerke des 20. Jahrhunderts.

Das Video läuft als Loop und so spuckt der Junge die Milch endlos heraus. Das Geräusch der Milch, wenn sie auf den Boden spritzt, gleicht dem eines Springbrunnens oder eines Urinals in einer öffentlichen Toilette. Der Junge wurde angemalt, als wäre er direkt durch ein Bild gelaufen oder primitiv und wild. Die sinnliche Komponente dieses Aktes wird dadurch verstärkt, dass hier Milch und nicht Wasser im Spiel ist. Ab und zu läuft ihm die Milch die Brust hinunter, was der Arbeit eine sexuelle Qualität verleiht.

 


Traffic
Mario de Vega, Deutschland 2009
Dank an / Thanks to Masato Tsutsui & xxxxx

 

“Traffic” (Verkehr) ist eine Medieninstallation, die aus einem Niedrigspannungs-Receiver – der dazu benutzt wird elektromagnetische Emissionen von hoher Frequenz zu demodulieren – und einem 3D-Grafik-Environment konstruiert wurde und Emissionen von hoher Frequenz analysiert, die von der Benutzung von Handys, Wireless LAN, elektrischer Leitungen und anderer Elektrogeräte, die von den Besuchern der Ausstellungsräume benutzt werden, stammt. In den letzten zehn Jahren hat die Benutzung von Mobilfunkgeräten die Verschmutzung durch elektromagnetische Emissionen mit hoher Frequenz verstärkt. Diese ganzen „Verkehrs“- Informationen und mehr können verstärkt und demoduliert werden, um so komplexe Vertonungen zu erzeugen.

 

 

 

Private Orbit
Susanne Striegler, Deutschland 2009   

 

Die ‚Association des Astronautes Autonomes’ ist der Auffassung, dass jeder Mensch ohne eine Spezialausbildung den Status eines autonomen Astronauten auf dem Raumschiff Erde beanspruchen kann. Er kann sowohl hier als auch im Weltraum seine eigenen Raumforschungsprogramme durchführen. Diese Überlegung bildet die Grundlage für das Projekt „Private Orbit“. Die Versuchsanordnung besteht aus einer beweglichen Raumkapsel, in deren Inneren der Testfahrer eine Strecke im Raum zurücklegen kann. Unter den Bedingungen des Versuchs werden Raumfahrtphänomene mit einfachen Mitteln simuliert. Zum elitären und hochspezialisierten System Raumfahrt wird ein Gegenbild entworfen.


 

Automatic Moving Company (AMC)
Juan Rey, Argentinien 2009
mit Mariano Abal (Buenos Aires), Victoriano Alonso (Buenos Aires), Adriana Bustos (Córdoba), Gustavo Blázquez (Córdoba), Valeria Dalmon (Buenos Aires), Diego Dubatti (Buenos Aires), Mariano Sivak (Buenos Aires), Hernán Soriano (Buenos Aires)

 

“Automatic Moving Company“ (AMC) ist eine mobile Firma, die von Künstlern verschiedener Städte zusammen als Installation in Form eines gigantischen Apparates konstruiert wurde, dazu geschaffen, der Öffentlichkeit Vergnügen zu bereiten. Die Firma verdankt ihren Namen dem von ihr hochgeschätzten Werk des französischen Künstlers Emile Cohl (1857-1938), der Mitglied der anti-künstlerischen Bewegung “Les Arts Incoherénts” war. Im Mittelpunkt der AMC steht eine alte Stechuhr mit einem Timer, der den elektrischen Fluss im 24-Stunden-Rhythmus misst. Von diesem Kontrollsystem aus transportieren acht Tentakeln die notwendige Energie, um jeden Mechanismus, der damit verbunden ist, zu aktivieren oder zu deaktivieren. Die Besucher sind eingeladen, an die zentrale Stechuhr heranzutreten und sich auf einer Karte registrieren zu lassen. Wenn sie den Raum betreten oder verlassen wird die Zeitdauer, die sie in dieses gemeinsame Kunsterlebnis als Teil einer künstlerischen (Re-)Kreation  investiert haben, gemessen.

 

 

 

When I Stopped Reading Fiction And Started Watching History
Kurt D’ Haeseleer, Belgien 2009

„When I Stopped...“ ist eine interaktive Installation in Form einer Überwachungs-Kontrollschaltung. Dem Zuschauer wird eine Matrix auf 9 Bildschirmen präsentiert, auf denen Bilder zu sehen sind, die aus verschiedenen Zeitaltern der Geschichte zu stammen scheinen. Über ein Bedienerfeld kann man an die Bilder heranzoomen, Gesprächen zuhören, die Kameraposition verändern,... Wenn man die Vergangenheit nachstellt und wiederbelebt, wird die Geschichte zu etwas, das man selbst erleben kann, etwas das lebendig und authentisch ist. Aber in welchem Maß ist es möglich, ein authentisches Bild der Vergangenheit herzustellen? Die Nachstellungen erzählen uns am Ende mehr über unsere Zeit als über die Geschichte.

 



Chrono-Shredder

Susanna Hertrich, Großbritannien/Deutschland 2009   

 

Chrono-Shredder ist ein Device-Art-Objekt, das sich mit der Vergänglichkeit der Lebenszeit auseinandersetzt. Ein eigens entwickelter Mechanismus im Inneren des Objekts „shreddert“ die Tage des Kalenderjahres unaufhaltsam im Minutentakt, während die Zeit vergeht. Die unwiederbringlich vergangene Zeit bekommt so eine dinghafte Form als Papiermüll, der sich unter dem Objekt auftürmt.


 

Troubled water 
Miri Nishri, Israel 2007   

Kamera: Yaky Yosha, Schnitt: Dan Plonsker, Darstellerin: Gita Mann


Gita ist 85 Jahre alt und soll aus ihrem Zuhause in einem Kibbutz in ein Pflegeheim gesteckt werden. Sie ist zunehmend verwirrter und die persönlichen Erinnerungen an Flucht, Verlust und Verfolgung geraten mit der aktuellen Realität aus dem Fernseher durcheinander.

Ihre Erlebnisse vermischen sich mit der aktuellen Katastrophe der Frau eines Feuerwehrmannes, der am 11. September starb, und formen eine alptraumhafte Realität: das Gefühl, in einer Zeitfalle eingefroren zu sein, die immer enger – und  durch die Angst vor dem Pflegeheim noch zusätzlich verstärkt wird. “Troubled Water” erzählt von verschiedenen Ereignissen in verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen Kontinenten und wie diese vergangenen und aktuellen Ereignisse durch die heutigen Medien zu lokalen und persönlichen Erlebnissen werden.

 

 

Fünf für Blumfeld

Hubert Steins, Deutschland 2009   

 

Der Kölner Klangkünstler Hubert Steins verwandelt in seiner Installation „Fünf für Blumfeld“ akustische Information oder Schallenergie in kinetische Energie, um bewegte Bildräume zu stimulieren. Ein Overheadprojektor wurde mit zwei Monochorden versehen, deren Saiten an den Rändern der Projektionsfläche entlang laufen. Mit Hilfe eines Nylonfadens werden Vibrationen von einer Lautsprechermembran auf die Monochord-Saiten übertragen, um diese in Schwingung zu bringen. Auf der Projektionsfläche des Projektors liegen Tischtennisbälle, die durch die Berührung mit den schwingenden Monochord-Saiten zu tanzen beginnen. In der Vorstellung des Künstlers entspricht der Tanz der Bälle dem eigentümlichen Eigenleben jener Bälle, die der Protagonist Blumfeld in Franz Kafkas 1915 entstandenen Geschichte ‚Blumfeld, ein älterer Junggeselle’ in seinem Zimmer vorfindet.




Sa, 23.01.         11:00 Uhr          h7 raumaufzeit

Künstlertreffen mit Rundgang und Butterbrezeln



 
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