Unsanft abgerieben

UNSANFT ABGERIEBEN

Freitag, 21.01., 24:00 Uhr, Saal 1

Die Trash-Kurzfilm-Rolle um Mitternacht ist beim Filmwinter in der besten Tradition der US-amerikanischen Midnight Movies zu sehen: Es gilt, sich an verschiedensten Tabus der Darstellung im Mainstreamkino unsanft zu reiben: Abseitiges und Andersartiges in all seinen Facetten – Phänomene, ohne die eine spätere Avantgarde nie entstanden wäre. Wohldosiert verabreicht wird einem wohlig warm!


Eine Liebe 1943
Deutschland 2010, DV, Farbe, 23:28 Min.
Regie, Drehbuch, Schnitt: Andreas Grützner, Kamera: Frank Freiberg, Andreas Grützner, Ton: Frank Freiberg, Andreas Grützner, Protagonist: Wilhelm Roggenthien

Als jüngstes von sieben Kindern einer armen Hamburger Familie wurde Wilhelm Roggenthien 1924 als Pflegling in die Alsterdorfer Anstalten gebracht, in der psychisch Kranke und Behinderte untergebracht wurden. Dort lernte er später Wally H. kennen und lieben, die im August 1943 zusammen mit ihrer Tochter in die Wiener Tötungsanstalt „Am Spiegelgrund“ deportiert wurde. Wilhelm reißt aus der Anstalt aus, um seine Freundin zu retten. Sein mutiges und beherztes Auftreten und seine Hartnäckigkeit führen dazu, dass er Wallys Entlassung erreichen kann. Auch nach der Rückkehr nach Hamburg ist den beiden jungen Leuten keine Ruhe gegönnt.


Bathroom
Portugal 2008, HD, Farbe, 4:12 Min.
Regie, Kamera, Schnitt: Patricia Vidal, DarstellerInnen: Catarina Farina, Maya

Ich habe diesen Experimentalfilm “Bathroom” genannt, weil das Bad sowohl die Stätte persönlicher Pflege, als auch die ständige Erinnerung an den körperlichen Verfall darstellt. Mit dem Entstellen von Fotografien junger Frauen bei der Körperpflege wollte ich die voyeuristische Lust des männlichen Zuschauers stören und die Ästhetik der Begierde mit Ekel verpesten. Was den männlichen Zuschauer angeht, so verstehe ich die langsame Zersetzung der Fotos als Memento Mori. Aus meinem persönlichen Blickwinkel als Frau kann ich Bilder junger, schöner Frauen nicht betrachten, ohne dabei an die unausweichliche Selbstzerstörung meines eigenen Körpers zu denken. Ich halte das begehrenswerte Bild im Film nur hoch, um es zu zerstören und damit die allzu menschliche Sehnsucht nach ewiger Jugend als unmögliches Ideal aufzuzeigen.


I’ll Kill Her
Deutschland 2010, HD, Digital, Farbe, 3:58 Min.
Regie, Drehbuch: Tobias Frühmorgen, Kamera: Pall-Gecse Ákos, Musik: Soko, DarstellerInnen: Vass & Szende, Odoroaga Alexandra, Kiss Balasz

Ein photoanimierter Musik-Video-Clip.


La Strada (The Road)
Deutschland 1995, Hi-8, Farbe, 5:00 Min.
Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Ton: Gaetano Marino, Musik: Brooks Warren

Die Straße, eine Errungenschaft der Zivilisation... Für viele, aber nicht für alle!


Alle Zeit der Welt
Deutschland 2009, HD, Farbe, 4:00 Min.
Regie, Drehbuch: Florian Jankowski, Kamera: Reiner Heinze, Klaus Woinar, Schnitt: Reiner Heinze, Ton: Rolf Baumeister, Produktion: Film Company Reinickendorf, Berlin, Deutschland

Ein Mann, eine Frau, ein Einbrecher und eine dumme Situation. Abgekartet oder ungeplant?


Turno de Noche (Shift Night)
Spanien 2009, HD, Farbe, 4:30 Min.
Regie, Drehbuch, Schnitt: Víctor Palacios, Kamera: Alberto Evan, Ton: Eva María Gandolfo, Musik: Alberto Evangelio, DarstellerInnen: Álex Gadea, Juanjo Prat, Vicente Amaya, Lucía de los Dolores Puigcerver, Produktion: IVAC - Institut Valencià de l’Audiovisual, València, Spanien

Gabys Schicht beginnt wie immer, aber diesmal wird es keine Nacht wie alle andern.


Geral
Brasilien 2010, 35mm, Farbe, 15:00 Min.
Regie, Drehbuch: Anna Azevedo, Kamera: Anna Azevedo, André Vieira, Batman Zavareze, Christiana Grumbach, Gabriel Borges, Schnitt: Eva Randolph, Ton: Fellippe Mussel, Marco Catanhede, Walter Goulart, Produktion: HY Brazil Filmes, Rio de Janeiro, Brasilien

Gedreht im Jahr 2005. In Brasilien gibt es 200 Millionen Menschen, die leidenschaftliche Fans einer Sportart sind: Fußball. In der ganzen Geschichte der Sportarten rund um die Welt, gibt es – was Bild und Ton angeht – nichts leidenschaftlicheres, dramatischeres und bildgewaltigeres als dieses nationale Phänomen. Ein Film über Fans. Denn in Brasilien Fußball-Fan zu sein, kommt einer Bühnenshow gleich.


Lloyd.....Fein Must Die
USA 2010, Digital, Farbe, 3:00 Min.
Regie, Animation, Schnitt, Ton, Produktion: Charles Lum, Musik: Sammy Davis Jr.

Der Film arbeitet mit massig im Internet gehandelten Fotos und dem Song-Klassiker „I’ve Gotta Be Me“ von Sammy Davis Jr. Er ist ein in Choreografie gesetzter sexueller Rundgesang über die zerstörerische Gier und Eitelkeit der geschmähtesten Banker dieser Welt. Den Höhepunkt bildet eine symbolische Eigen-Fellatio.


Bombastic Mind by Mental Health
Großbritannien 2010, Digital, Farbe, 3:19 Min.
Regie, Drehbuch, Kamera, Programmierung, Animation, Schnitt, Ton, Musik: Simon Le Boggit

Religion ist Aberglaube, der auf industrieller Ebene ausgebeutet wird. Es ist alles in deinem Kopf, in deinem fantastischen, bombastischen Kopf!


Wandteller des Hungers
Deutschland 2010, DV, Farbe, 3:29 Min.
Regie, Drehbuch, Kamer, Schnitt, Ton, Musik: 3 Rooosen

Der einzige Bildersänger der Welt singt den „Wandteller des Hungers“ und bietet gleichzeitig das Seminar „Vom Künstler zum Hobby-Künstler“ an.


Geliebt
Deutschland 2010, 16mm, Farbe., 15:45 Min.
Regie, Drehbuch: Jan Soldat, Kamera: Johannes Waltermann, Schnitt: Julia Rau, Ton: Phillip Schneider, Musik: Héctor Marroquin, Produktion: Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, Potsdam, Deutschland

Im Leben geht es um zwei Dinge: 1. Geliebt werden und 2. Nicht allein sein. Aber was, wenn Menschen nicht genügen oder sogar zu viel sind? „Geliebt“ zeigt nicht nur emotionale und sexuelle Bindungen zu Tieren, sondern vielmehr die Beziehung von Mensch und Tier in ihrem Wechselspiel zwischen Liebe und Abhängigkeit.
 
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