Filmwinter
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Neue Medien

JURY NEUE MEDIEN
Birgit Brenner
Szabolcs KissPál
Markus Huemer

Internationaler Wettbewerb: Online-Medien - Ausstellung 

Do, 17.o1. – So, 2o.o1. Filmhaus Suttgart (zu sehen auf Terminals)

appendXship Rumänien 2006, Regie / Drehbuch / Kamera / Programmierung / Animation / Schnitt / Ton: Calin Man
Achtung User! Sie beschäftigen sich mit zwei Charakteren einer sinnlosen
Website-Geschichte: Vaporetto Papavero browst durch den Canale Grande
und Gondolina Terraferma surft durch Laguna. Sie sollten sich treffen, aber
nichts ist passiert.
http://revoltaire.net/appendxship

Jam Pack
Rumänien 2006, Regie / Drehbuch / Kamera / Programmierung / Animation / Ton: Calin Man
net.art_kit (hosted at http://revoltaire.projects.v2.nl) wurde vom Autor auf pataphysische Weise remixed, um für die revoltaire.net-Domain einen Zufallsbrowser namens Jam Pack zu erschaffen.
http://revoltaire.net/jam 


Non-Chat Chat, Meditation for Avatars
Deutschland 2006/07, Konzept / Realisation /Flashprogrammierung: Hörner/Antlfinger, Datenbankprogrammierung: Thomas Kulessa

Meditation for Avatars ist ein Online Community Network, dessen Teilnehmer/Computer Mantras prozessieren und durch das Internet schicken. Das Projekt nutzt die Macht von Computer-Netzwerken; statt jedoch nach außerirdischem Leben zu suchen, während der Computer Leerlaufzeiten hat, verbreitet es gutes Karma im Netz.
www.meditation-for-avatars.net


mikroPaliskunta Deutschland, Finnland 2006-2007, Regie: Mari Keski-Korsu, Mika Meskanen, Eija Mäkivuoti, Taina West, Drehbuch: Mari Keski-Korsu, Mika Meskanen, Programmierung: Jaakko Ijäs
mikroPaliskunta ist ein Kunstprojekt, das vom nördlichsten Punkt in Nuorgam bis zum südlichsten in Hanko durch Finnland gereist ist, und dabei vom genommen hat.Wer ist finnisch? Was sind die Symbole Finnlands? Wie hat sich das Bild von Finnland gewandelt? Und wer definiert es? Die Expedition reiste in einem mit Bio-Diesel betriebenen alten Volvo Baujahr 1986. Er beförderte die fünf Künstler und Protagonisten des Projekts - als Rentier namens Paavo, das nach neuen Herdentieren sucht. Das Rentier ist in diesem Projekt ein Symbol für die finnische Kultur. Für viele Ausländer aber auch Finnen stellt Finnland ein Land der Technik oder ein Land traditioneller Kultur dar. Nokia-Handys könnten symbolisch für die Technik stehen und das Rentier könnte ein Symbol der traditionellen Kultur sein. Finnland wird durch das Volk der Samen, die Kultur der Lappen und die Natur beworben. | www.mikropaliskunta.net

www.turux.at Österreich 1997- 2001, Regie / Drehbuch / Programmierung / Ton: Lia | www.turux.at

Accountleichenbewegung.de Deutschland 2007, Regie: Susanne Berkenheger
Second Life, man weiß es, wird überwiegend von Accountleichen bevölkert: Avatare schon lange ausgeloggter Nutzer, die zwar nicht sichtbar sind, aber eben doch vorhanden. Ihr Aussehen steht fest, ihre aktivierten Gesten, ihre Besitztümer - und sie sind auch konkret verortet.Meist genau dort, wo sie gerade standen, als der Geist des Users aus Ihnen herausfuhr und sie allein ließ.Wenn man also durch die scheinbar entleerte Welt von Second Life marschiert, bewegt man sich tatsächlich durch ein Heer von verlassenen Avataren; Gespenstern, die in eine Virtualität zweiten Grades verbannt worden sind.
www.accountleichenbewegung.de

Graph Theory USA 2006, Regie / Programmierung / Ton: Jason Freeman, Drehbuch: Patricia Reed
Graph Theory versucht durch die Paarung eines akustischen Solo-Stücks für eine Geige oder ein Cello mit einer interaktiven Website-Komposition, Hören und Konzertaufführung zu verbinden. Auf der Website navigieren die User durch 61 kurze, in Schleifen ablaufende musikalische Fragmente um ihren eigenen individuellen Pfad durch die Komposition zu erstellen. Die Auswahl der Navigation der User beeinflussen zukünftige Konzertaufführungen des Stücks. Vor jeder Aufführung druckt sich der Solist/die Solistin eine Kopie der Partitur auf der Website aus. Diese Partitur liefert ihm/ihr die Richtlinie des Stücks – die Anordnung der Fragmente wurde von den letzten BesuchernInnen der Website durch ihre Auswahl beeinflusst.
http://turbulence.org/Works/graphtheory/

www.itsBlackItIsWhite.org Österreich 2007, Regie / Drehbuch / Programmierung: Lia
ItsBlackItsWhite.com ist ein interaktives Online-Software-Kunstprojekt von Lia, das auf kreative und experimentelle Weise weltweit im Internet genutzt werden kann. Die Benutzer können mit Bewegungen und Formen spielen um individuelle Bilder herzustellen, die meist an Pläne oder architektonische Konstruktionen erinnern. ItsBlackItsWhite.com stellt komplexe Skizzen in Schwarz-Weiß her, die sich, automatisch und/oder manuell, aus aufeinander folgenden gezeichneten Elemente zusammensetzen. Das Programmfenster wird dabei die ganze Zeit durch grafische Spielfiguren unterteilt. Lia begrenzt die Möglichkeiten des Programmierens auf Experimente mit Kontrast, hier konzentrieren sich die Ergebnisse auf Formen und Bewegung. Dazwischen liegende Farbtöne aus Grauschattierungen werden auch möglich, das Volumen und Lichtspiele manifestieren sich und verschwinden wieder. Die beiden Komplementär-Töne Schwarz und Weiß stehen in ihrem offensichtlichen Wettstreit gleichermaßen für Harmonie. Mit der Maus als Schnittstelle können die Benutzer selbst die Anwendung auf melodische oder durchorganisierte Weise arrangieren, und dabei Einfluss nehmen auf die Entwicklung des Bildes. Die entstandenen Ansichten können, je nach persönlicher Interpretation des Benutzers, organisiert oder auch wieder total chaotisch erscheinen. Sie können verschiedene Bedeutungen haben - je nach Sichtweise des Benutzers. Das Unterbewusstsein der Spieler schafft einen Weg für mögliche neue Ideen, die zur persönlichen Realität passen. Einige Benutzer der ursprünglichen Zielgruppe fühlten sich zum Beispiel bei ItsBlackItsWhite.com intuitiv an Frank Lloyd Wrights Entwurf des Guggenheim Museums oder Hans Scharouns Philharmonie in Berlin erinnert. Bei ItsBlackItsWhite.com haben die permanente Entwicklung und Vergänglichkeit die Oberhand. Altes führt zu Neuem, Formen ergänzen sich indem sie zusammenwachsen und sich verbinden. Muster und sich verändernde Kontraste nehmen Skulpturen-Charakter an und werden im nächsten Moment wieder ausgelöscht. Ähnlich den sich stetig verändernden Strukturen von Städten die man nicht nachvollziehen kann sind auch die Momente in Lias einzigartiger Arbeit.
http://www.itisblackitiswhite.org/

Jargon Reducer USA 2006, Regie / Drehbuch / Programmierung / Ton: Nanette Wylde
Jargon Reducer ist ein Software-Kunstprojekt das Text manipuliert. Es beseitigt oder zeigt Wörter auf, die man als „Jargon“ bezeichnen könnte, eine spezielle Form von Sprache, die nicht Teil des allgemeinen Vokabulars ist. In dem Projekt kann der Benutzer einen Text eingeben, der dann nach Jargon gefiltert wird. Bestandteil des Projekts sind auch 12 aussagekräftige Texte, die dem Benutzer eine Filter-Demonstration und Analyse aufzeigen. Jargon Reducer ist ein humorvoller und gleichzeitig scharfer Kommentar zur Kultur und Politik von Sprache.
http://jargonreducer.net

Continuum… Großbritannien 2007, Regie: Michael Takeo Magruder
Continuum reflektiert über die Entwicklung unserer kollektiven Geschichte durch eine Echtzeit-Analyse der weltweiten Nachrichteninformations- Netzwerke. So wie kein Ereignis isoliert nach außen dringt, ist jeder Moment unserer Existenz definiert durch die Summe einer unendlichen Anzahl von zusammenhängenden Vorkommnissen. Davon ausgehend, dass kein Individuum die Totalität dieser Information absorbieren und verarbeiten kann, ist die Frage, wie wir eine sachkundige Meinung über die Gegenwart erlangen können. Quellenmaterial: (Bilder und Texte) Nachrichtenartikel des BBC Live-Service im Internet, die gesammelt und in Echtzeit neu kombiniert wurden. (Audio) Manipuliertes Sample von päike ja jää von Cloudspeak.
http://www.takeo.org/nspace/ns022/

Joyce Walks Irland 2007, Regie / Drehbuch / Ton: Conor McGarrigle, Programmierung: Emer MacDowell
Joyce Walks ist ein psychogeografisches Tool, das von der Idee der Situationisten von Dérive inspiriert wurde und Wanderkarten für jede Stadt der Welt erstellt, die auf den Routen aus James Joyces Ulysses basieren. Das System druckt Karten, die als Basis für eine jeweilige Ableitung genutzt werden können. Joyce Walks speichert jede Karte, die für die Datenbank generiert wurde und produziert aus der vom Benutzer erstellten Dokumentation ein Mashup. Diese Wanderungen sind Teil eines Kontinuums, in dem jede spezifische Wanderung, die vom Benutzer des Systems durchgeführt wurde, gespeichert sind. Dieses Kontinuum wird einem durchsuchbaren Archiv von individuellen durchführbaren Wanderungen aus der ganzen Welt hinzugefügt. Ich verstehe Joyce Walks als ein generatives Kunstwerk, in dem eine Arbeit von einem Benutzer erstellt wird, der über einen ausgedehnten Zeitraum hinweg etwas erschafft, das größer ist als die Summe aller Einzelteile, aus denen sie besteht.
http://www.stunned.org/walks

Foriginal Media Hack Deutschland, Österreich 2006, 2007, Regie: UBERMORGEN.COM, Drehbuch/Programmierung: UBERMORGEN.COM & Mazzotti Action, Ton: Mazzotti Action Berlin
Pures Medien-Hacking: Keine Ethik, kein Inhalt, keine Botschaft. Mit der Aktion „Foriginal Media Hack No. 1 and No. 2 “ folgen wir einfachen Anleitungen wie Massenmedien durch Low-Tech-Instrumente (E-Mail, Handys,Web/Blog) und ambiguen Daten infiltriert werden können. Die Aktion ist ein Experiment innerhalb dieses konzeptuellen Rahmens. Es ist ein Amalgam aus Fakten und Fiktion.
http://www.foriginal.com/Media_Hack/

Chinese Gold Österreich, USA, China 2006, 2007, Regie / Drehbuch / Programmierung / Ton: UBERMORGEN.COM
In China gibt es mehr als 2000 Online-Gaming-Workshops die Leute anwerben (über 500.000) um Tag und Nacht Online-Spiele wie z. B.World of Warcraft (WoW) zu spielen. Die Gaming-Arbeiter produzieren Gameinterne Währungen, Ausstattung, sowie ganze Charaktere, die über Ebay an amerikanische und europäische Gamer verkauft werden. Diese Leute werden Chinese Gold Farmers“ (Chinesische Goldbauern) genannt. Die Zukunft findet jetzt statt!
http://www.ubermorgen.com/Chinese_Gold

Superbertram Deutschland 2007 Regie / Drehbuch / Programmierung / Ton: Georg Schuetz Programmierung Georg
Superbertram ist ein lustiger Zeitgenosse, ausgestattet mit zwei bewegbaren Webcams und einem UMTS/HDSPA-Modem streamt und postet er von seiner Tour quer durch Österreich den Rest der Welt.
http://superbertram.com

 

Internationaler Wettbewerb: Medien im Raum - Ausstellung

17.o1. – 27.o1.
KUNSTBEZIRK – Galerie im Gustav-Siegle-Haus
gez. raum für urheber
fluctuating images e. V.
Gedok Galerie

Eröffnung: 17.01.2008, 18.30 Uhr | Öffnungszeiten: 18.–20.01.2008: 11–20 Uhr | 24.–27.01.2008: 15-20 Uhr

Will Work For Food Regie: Karl-Heinz Jeron
Dies ist ein Projekt zu Arbeit und Tauschökonomie. Kleine Robotervehikel tauschen ihre Arbeitsleistung gegen Lebensmittel. Die Vehikel können zeichnen und Lieder pfeifen. Jeder kann sich ein solches Vehikel ausleihen und für sich arbeiten lassen. Nach Gebrauch sollen die Vehikel an andere Menschen weitergegeben werden. Die getauschten Lebensmittel werden zu einem Will Work For Food-Dinner verkocht.

Deep Woods Großbritannien 2005, Regie Alison O`Daniel
Der Rücken einer Frau, leicht nach links versetzt, füllt das Bild aus. Sie steht aufrecht vor der Kamera, die ab und zu den Blick auf einen Mann freigibt, der der Frau mit ein paar Metern Abstand, irgendwo in einem Wald, gegenüber steht. Kamera, Mann und Frau bewegen sich kaum während die Off-Stimme den Kontext des Geschehens erläutert. Die Stimme gehört möglicherweise dem Mann, von dem wir gerade genug sehen, um anzunehmen, dass es sich um einen älteren Mann handelt. Er erklärt, dass er immer nach neuen Herausforderungen, Erfahrungen und Grenzen sucht. Er fragt sich wie ihn das, was er möglicherweise tun wird – und was der Zuschauer immer noch nur erahnen kann – beeinflussen wird. Die Erzählung der Off-Stimme scheint auf einem Gespräch, oder einer Korrespondenz zu basieren, die zwischen ihm und der Frau vor der Aufnahme stattfand. Er gibt zu, dass ihm die Situation peinlich und unangenehm ist, auch die Vorstellung, dass er so etwas in ihrer Anwesenheit, der der Kamera-Crew und schließlich des Publikums, tun wird. Dann bewegt sich die Kamera ein Stück und man sieht wie er sich gelassen auszieht. Er übergibt der Frau seine Kleidungsstücke.Wie wird sein Körper unter diesen Umständen reagieren, wird er taktvoll mitspielen, oder wird er ihn bloßstellen? Er ist weder Model noch Schauspieler, sagt er. Er blickt abwechselnd auf die Frau, unmittelbar an ihr vorbei in die Kamera, zur Seite, oder nach oben. In sehr bedachter Weise führt er die vereinbarte Handlung aus, und innerhalb weniger Sekunden ist es vollbracht, woraufhin sie ihm ein Tuch und seine Kleidung zurückgibt. Deep Woods“ ist eine eine Performance von O’Daniel, die sie mitthilfe einer anderen Person durchführt. Es ist ein Akt für den sie einen anderen braucht und sich in dem Masse einbringt, dass sie es selbst als erste miterlebt: sie steht ganz deutlich zwischen ihm und der Kamera und den Zuschauern. Hinter ihrem Rücken sehen wir, was sie sieht, aber nur die Person, die ihr gegenüber steht kann in ihr Gesicht blicken. Und so ist es nicht sie sondern vielmehr du, der der Voyeur ist – wahrscheinlich peinlich berührt, von dem was du siehst.

50.000.000 can´t be wrong Deutschland 2006, Regie / Drehbuch / Schnitt: Susanne Bürner, Animation: Julia Pfeiffer, Aleksander Cigale, Musik: Steven Trafford
Die Arbeit zeigt Gruppen von Menschen, die durch ihre Mimik und Gestik Sehnsucht und Verzweiflung ausdrücken. Das Objekt ihrer Begierde, ihr Idol, fehlt jedoch. Es befindet sich außerhalb des Bildes, dem Betrachter vorenthalten. Alle auf ihn verweisenden Spuren sind aus dem Bildmaterial entfernt.Was bleibt, ist seine Reflexion in ihren Gesichtern, die sein negatives Abbild darstellen und - eine große Leere. Der Titel der Arbeit ist eine Referenz an den abwesenden Protagonisten. Elvis Presley hatte 1959 eine Compilation seiner Musik unter dem Titel, 2.000.000 Elvis Fans Can`t Be Wrong“ veröffentlicht. Er war damit einer der ersten Rockmusiker, der sein Publikum aktiv als Rechtfertigung seiner künstlerischen Existenz benutzt hat. Das Abhängigkeitsverhältnis Fan - Idol erfährt dadurch eine Dopplung.

Concilabule 2006 Regie: Myriam Bessette, Robin Dupuis
Seit ein paar Jahren ist es für die Künstler von heute, die man damals noch Videokünstler nannte, durch den Zugang zu neuerr Technologie und der Entwicklung im Bereich der Bild- und Tonproduktion möglich, mit einem genaueren, direkteren und nachhaltigeren Zugriff auf den Produktionsprozess zu arbeiten.Myriam Bessette und Robin Dupuis entstammen dieser Generation von Künstlern und erzeugen bewegte Bilder und Sounds, in denen Hilfsmittel nicht mehr die Botschaft definieren, in denen sich Genres vermehren und vermischen, und in denen filmische Struktur, Samplings von Stimmen und TV-Ästhetik zu einer Mischform verschmelzen. In ihrem zum Labor gewordenen Atelier erkunden Bessette und Dupuis ein stimulierendes, visuelles und elektro-akustisches Universum.

Exotic Exercise Niederlande 2006, Regie / Schnitt: Peter Bogers, Ton/Musik: different internet / satelite sources
Zwei Videobilder werden projiziert. Eines auf eine transparente Leinwand, die frei im Raum hängt, das andere an die danebenliegende Wand. Verschiedene exotische“ Gesichter werden auf der rechten Leinwand im Wechsel gezeigt. Offensichtlich sprechen oder singen sie zu uns, obwohl wir ihre Stimmen nicht hören können. Die Bilder, die von Satelliten-Fernsehsendern stammen, sind nicht im Einklang mit dem Ton. Der Originalton dieser Bilder kann nur ab und zu durch einen Verstärker auf dem Boden, der ein paar Meter von der Leinwand entfernt steht, gehört werden. Der restliche Ton besteht aus Musik von Internetradio-Kanälen und kommt aus einem Megafon, das unmittelbar „hinter“ der Leinwand hängt. Die zwei Tonquellen (der Originalton und die Aufzeichnungen vom Internetradio) wechseln mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Durch eine Bildbearbeitungstechnik ist der Mund der Person, die auf der Leinwand zu sehen ist, exakt in der Mitte verankert. Eine Videoprojektion, die sich über die gesamte Wand ausdehnt, zeigt silbrige, körnige Bilder eines Mundes, dessen Lippenbewegung genau dem gesprochenen Text und Lied folgt. Verschiedene Quellen wirken auf uns ein, aber wie können wir verstehen was hier gesagt, gesungen oder gerufen wird? Die Sprachen, die gesprochen werden, sind nahezu unverständlich. Das Bild- und Tonmaterial wurde so manipuliert, dass wir unweigerlich nach Verbindungen und Bedeutungen suchen. Unsere Wahrnehmung und bestimmte Zufallselemente lassen es für uns so aussehen, als würden in manchen Momenten Bild und Ton korrespondieren – wenn wir nur lange genug ausharren. Dennoch geht keine wirkliche Bedeutung daraus hervor. Auf diese Weise wird Information zu Bild-und-Ton-Dichtung, und das Zuhören und –sehen wird bloßes Anhören und –sehen.

Chinese Whispers China, Österreich 2006, Regie: Daniel Aschwanden, Peter Stamer, Kamera / Schnitt: Daniel Aschwanden
Sieben Boxen, Dokumentarvideos, Tonaufzeichnungen, Geschichten bildeten den Ausgangspunkt für Installation und Performance von „Chinese Whispers“. Im Studio 2 des Tanzquartiers wurden die Boxen zu einer fiktiven Pekinger Wohnung installiert, in welcher das kaum hörbare Geflüster der privaten Gespräche resonierte.Während sich in diesem Environment ein Imaginationsraum über das Fremde öffnete, verwandelte sich die Black Box der halle G in einen öffentlichen (Er-) Wartungsraum für kulturelle Differenz. Chinese Whispers, englisch für „Stille Post“, spielte mit dem Missverständnis in der Kommunikation mit dem Anderen.Wer spricht hier chinesisch?

Kino Deutschland 2005, Regie/Drehbuch/Animation: Oliver Held, Kamera: Dimitrios Nicolaos Papoutsis
Aus einer fünfstündigen Videoaufnahme, die den Verkehr vor einem Kino zeigt, habe ich eine exemplarische Sequenz von drei Minuten ausgewählt. Deren Einzelbilder wurden, mit einer speziell für diesen Zweck entwickelte Software, analysiert und mit dem restmaterial verglichen. das Programm suchte nach übereinstimmenden Formen vor dem unbewegten Hintergrund. Alle Frames der Sequenz wurden durch das jeweils ähnlichste Bild des Restmateriales ersetzt. Das Ergebnis ist eine dreiminütige Straßenszene, die wie ein Stummfilm pulsiert. Die Illusion einer durchgehenden Handlung tritt ein, obwohl der Betrachter erkennen kann, dass diese aus verschiedenen Zeiten zusammengesetzt ist.

On Off Deutschland 2007, Regie / Drehbuch / Kamera / Schnitt / Ton: Timo Katz, Jan Fuchs
On off ist ein in sich geschlossenes Beobachtungsexperiment. Eine Kettenreaktion, erbaut aus einfachen Mitteln, beinhaltet sechs Filmkameras, deren Filmmaterialien nichts als ihr eigenes „Making-of“ aufzeichnen. Es gibt keine externe Beobachtung; der Film entsteht aus sich selbst und aufgrund seiner Selbst. Die Präsentation als endlos geloopte Installation ermöglicht dem Betrachter die Rekonstruktion der Aufnahmen in Hinblick auf die Gleichzeitigkeit ihrer Entstehung und ihrer räumlichen Anordnung. Das Experiment offenbart seine gesamte Entstehung und damit das simulative Wesen der Kamera als eine „Beobachtungsprotese“. als Objekt.

Kivimetsä + Kirje Isälleni / stoneforest + Letter to my father Finnland 2006, Regie / Drehbuch / Schnitt / Ton / DarstellerInnen: Marja Mikkonen, Kamera: Marja Mikkonen, Taneli Tuominen
Die beiden Objekte wurden im August 2006 in der Galerie Huuto, Helsinki, als Teil meiner Einzelausstellung mit dem Titel “Päivän Hulluus“ alias “Verrücktheit des Tages“ ausgestellt. Ich habe Bilder der Ausstellung beigefügt, um die Installation der Arbeiten in dieser Galerie zu verdeutlichen. Die Arbeiten sind Einzelstücke, aber da eine davon eine tonlose Videoarbeit auf fünf Monitoren ist, und die andere ein Audiotext, konnten die Betrachter in der Galerie beide Arbeiten gleichzeitig wahrnehmen, indem sie den Installations-Loop ansahen während sie sich den Text anhörten.

 
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